
Sobald ich meine Wanderschuhe anziehe, weiß Herr Bör genau, was passieren wird. Er steht schon an der Tür, noch bevor ich meinen Mantel ganz angezogen habe. Für ihn ist ein Spaziergang nicht nur ein Weg von A nach B. Unterwegs gibt es alle möglichen Dinge zu erkunden, zu beschnuppern und natürlich genau unter die Lupe zu nehmen.
Wir machen nie denselben Spaziergang
Obwohl ich oft dieselben Routen nehme, scheint es für Herr Bör jedes Mal ein neues Abenteuer zu sein. In einem Moment muss er einen Baum gründlich beschnuppern; im nächsten bleibt er plötzlich mitten auf dem Weg stehen, weil weiter vorne etwas Interessantes zu sehen ist. Manchmal frage ich mich, was um alles in der Welt er da wohl riecht. Ein Geruch, den ich gar nicht wahrnehme, könnte für ihn Grund genug sein, minutenlang zu schnüffeln.
Und ehrlich gesagt finde ich das irgendwie schön. Wenn man mit einem Hund spazieren geht, betrachtet man seine Umgebung ganz automatisch mit anderen Augen. Wo ich früher vielleicht gedankenlos am Straßenrand entlanggelaufen wäre, entdecke ich jetzt einen seltenen Vogel, einen lustigen Pilz oder einen Igel, der sich zwischen den Blättern versteckt.
Frische Luft tanken
Für mich ist Spazierengehen auch eine tolle Möglichkeit, den Kopf frei zu bekommen. Keine Einkaufsliste, kein Zeitplan und – für eine Weile – keine Gedanken an all das, was noch zu erledigen ist. Nur die frische Luft, die Umgebung und Herr Bör, der fröhlich vor mir hertrippelt.
Und natürlich gibt es Tage, an denen ich mich dazu zwingen muss, hinauszugehen, aber sobald ich draußen bin, denke ich fast immer: Ich bin so froh, dass wir doch noch gegangen sind.
Ein Spaziergang mit dem gewissen Extra
Manchmal nehme ich auf unserem Spaziergang eine kleine Tasche mit. Nicht für Herr Bör sondern für hübsche Dinge, die mir unterwegs begegnen. Ein ungewöhnliches Blatt, eine Feder oder ein hübscher Zweig könnten später vielleicht für ein kreatives Bastelprojekt oder in einem Herbstgesteck nützlich sein.
Herr Bör hilft mir begeistert beim Suchen, obwohl er seine ganz eigenen Vorstellungen davon hat. Sein Lieblingsfund ist meistens etwas, das auf keinen Fall mit nach Hause kommen darf.
Mein Spazier-Tipp
Versucht doch mal, die Uhr ein wenig zu vergessen, während ihr spazieren geht. Legt kein striktes Ziel fest; schaut einfach, wohin euch der Weg führt. Und wenn ihr mit einem Hund spazieren geht: Folgt ihm ab und zu. Die Chancen stehen gut, dass ihr Ecken entdeckt, an denen ihr alleine einfach vorbeigelaufen wärt.
Und ihr? Wo geht ihr am liebsten spazieren, und wer begleitet euch dabei?
Alles Liebe, Daphne



