Mit deiner Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt

Achtsamkeit bedeutet, bewusst zu leben. Meistens befindet sich unsere Aufmerksamkeit in unserem Kopf, bei unseren Gedanken. Wir denken daran, was wir noch alles tun müssen, oder machen uns Sorgen über etwas, das wir getan haben, oder auch nicht. Aber auf gestern und morgen hast du keinen direkten Einfluss. Auf das, was jetzt passiert, schon. Deshalb richtet man mit Achtsamkeit seine Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt.

Das klingt vielleicht einfach, aber das ist es nicht. Deine Gedanken sind hartnäckig und lassen sich nicht so einfach beiseiteschieben. Aber es gibt viele Möglichkeiten, das zu üben. Du kannst dir zum Beispiel deine Gedanken wie kleine Wolken vorstellen. Immer wieder ziehen sie vorbei, sie hören nie auf, aber anstatt sie zu ergreifen, sie von allen Seiten zu betrachten und dich wieder von diesen Gedanken mitreißen zu lassen, lässt du sie vorbeiziehen, wie eine kleine Wolke.

Achtsam in den Tag starten

Stell dir vor, du fährst mit dem Fahrrad zur Arbeit. Du hast gleich eine wichtige Besprechung, 150 E-Mails warten auf dich und ein Kollege wartet auf einen Bericht von dir. Deine Mutter muss zur Untersuchung ins Krankenhaus und dein Sohn hat eine wichtige Prüfung. Dein Kopf kann damit losgehen: Hätte ich doch besser mit ihm für diese Prüfung geübt… Hätte ich nicht mit ins Krankenhaus gehen sollen… Den Bericht hättest du längst fertig haben sollen, nachher ist dein Kollege sauer… Hoffentlich läuft die Besprechung gut… und diese E-Mails, hört das denn nie auf… So funktioniert ein durchschnittlicher Kopf. Aber wenn du achtsam auf dem Fahrrad sitzt, beschäftigst du dich nicht mit dem, was gleich kommt, sondern nur mit dem, was du gerade tust. Du bist so etwas wie ein Beobachter von dir selbst. Du kannst zum Beispiel beobachten, dass du viele Gedanken hast.

Aber das machst du, ohne in diese Gedanken einzutauchen. Also: Du denkst, du fährst, du atmest tief ein und aus, du spürst den Wind durch dein Haar, du hörst eine Amsel zwitschern, du siehst einen anderen Radfahrer, du spürst eine Unebenheit auf der Straße, du siehst einen Vater mit einem Kind vorne auf dem Fahrrad, das singt, du spürst deine Beine treten, du spürst deine Hände am Lenker. Du bist ganz im Moment, auf dem Fahrrad, beim Radfahren. Das ist Achtsamkeit.

Wenn du auf deinen Kopf hörst, kommst du wahrscheinlich ziemlich gestresst bei der Arbeit an. Du machst dir Sorgen über alles Mögliche und gehst mit wenig Selbstvertrauen in den Arbeitstag. Aber wenn du deine Fahrradtour nutzt, um Achtsamkeit zu üben, kommst du viel weniger gestresst an, fühlst dich wohl in deiner Haut und kannst entspannt in den Tag starten.

Atme ein, atme aus

Atme ein paar Mal tief ein und aus. Entspanne deine Schultern und richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem. Lenke dann deine Aufmerksamkeit auf alles, was gerade um dich herum passiert. Höre die Geräusche um dich herum, rieche die Düfte, spüre deine Füße auf dem Boden oder deinen Po auf dem Stuhl. Gedanken werden die ganze Zeit auftauchen, aber schenke ihnen keine Beachtung. Kehre immer wieder mit deiner Aufmerksamkeit zu deinem Atem zurück. Du wirst merken, dass du ganz im Moment ankommst und dass es dadurch bemerkenswert ruhig in deinem Kopf wird.

Es wird ruhiger in deinem Kopf

Um Achtsamkeit wirklich in dein Leben zu integrieren, kannst du dir ein paar feste Momente am Tag vornehmen, an denen du achtsam bist. Gute Gelegenheiten dafür sind zum Beispiel das Zähneputzen, Essen und Wäsche machen. Das sind Tätigkeiten, die du oft im Autopilot-Modus erledigst, aber versuche ihnen einmal deine volle Aufmerksamkeit zu schenken. Indem du viele solcher Momente in deinen Tag einbaust, wirst du schnell merken, dass es viel einfacher wird, mit deiner Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt zu sein und dass es ruhiger in deinem Kopf wird.

Alles liebe, Daphne

 

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